Bericht aus dem Kreistag:

Veröffentlicht am 18.10.2007 in Kreistagsfraktion

Eine erfreuliche Entwicklung zeichnet sich im laufenden Haushaltsjahr bei den Kreisfinanzen ab. So geht zum einen die Voraussage der SPD-Kreistagsfraktion in Erfüllung, dass bereits im Jahre 2007 keine neuen Schulden gemacht werden müssen; geplant war ursprünglich eine Kreditaufnahme in Höhe von 15,8 MIO €. Darüber hinaus kann die Verschuldung um 7,2 MIO € zum Jahresende auf 105,7 MIO € zurückgeführt werden, was bedeutet, dass die Verschuldung je Kreiseinwohner auf unter 200,- € fällt.

In seiner Stellungnahme machte Uwe Kleefoot, finanzpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, deutlich, dass diese Entwicklung neben der konjunkturellen Entwicklung auch auf nicht realisierte Maßnahmen im Vermögenshaushalt zurückzuführen sei, wie beispielsweise der noch nicht vollzogene Erwerb von Liegenschaften des Landes (z. B. Polizeidirektion Heidelberg). Dennoch gebe die positive Haushaltsentwicklung, die sich auch für den Haushalt 2008 abzeichnet, dem Kreis mehr Handlungsspielraum bei zu treffenden Entscheidungen, so Uwe Kleefoot. Natürlich hat auch für die SPD-Fraktion der Abbau der Verschuldung hohe Priorität, dabei darf jedoch der Blick auf eine Reduzierung der Kreisumlage zumindest ab dem Jahre 2009 nicht verstellt werden. Für die SPD gilt hier nach wie vor die Devise, dass "wir uns nicht an den Gedanken gewöhnen können, die Kreisumlage auf 35,1 %-Punkte festzuschreiben".

Im Rahmen der Einbringung des Verwaltungsentwurfs zum Haushaltsplan für das Jahr 2008 stellte Landrat Dr.J.Schütz drei Ziele für die künftige Finanzplanung heraus. Dies sind an vorderster Stelle die Absenkung der Kreisumlage sowie die Reduzierung der Verschuldung und die Verwendung evtl. freier Mittel zur Finanzierung notwendiger Investitionen. Schwerpunkte, die so auch von Seiten der SPD-Kreistagsfraktion gesehen werden. Das Volumen des Haushaltsplanentwurfs 2008 ist mit ca. 560 MIO € um etwa 36 MIO € höher als im laufenden Jahr 2007. Erfreulich für die SPD-Kreistagsfraktion bereits im Vorfeld der Beratungen in den Fachausschüssen ist, dass die Kreisverwaltung schon in ihren Haushaltsplanentwurf zwei Anregungen von Helmut Beck, SPD-Fraktionsvorsitzender, aufgenommen hat. Dies ist einmal die Anhebung der Sportförderung um 30.000,- € und weiter die Erhöhung der Zuschüsse an den Kreisjugendring um 20.000,- €.

Der für die SPD-Kreistagsfraktion sicher wichtigste Punkt der jüngsten Sitzung des Kreistages war die Behandlung des SPD-Antrages zur "Aufgabenwahrnehmung nach SGB II". Wie allgemein bekannt, sind wir mit der im Rhein-Neckar-Kreis praktizierten Art der getrennten Aufgabenwahrnehmung nicht einverstanden und fordern die Bildung einer Arbeitsgemeinschaft mit den Agenturen für Arbeit in Heidelberg bzw. in Mannheim. Nachdem unsere Auffassung in dieser Sache von praktisch allen relevanten Stellen - Agenturen für Arbeit, Gemeindeprüfungsanstalt, LIGA der freien Wohlfahrtsverbände, Sozialgerichte - geteilt wird, sich aber sowohl Landrat als auch die Fraktionen von CDU, FWV und FDP dem vehement und ohne sachliche Begründung entgegenstellen, blieb uns nur noch der Weg über eine Entscheidung des Kreistages. In einer sehr fundierten und sachlich vorgetragenen Stellungnahme begründete Dr. Ralf Göck den SPD-Antrag. Er führte hierbei insbesondere aus, dass die Bearbeitung eines Antrages durch 2 Behörden schon von daher natürlicherweise mehr Zeit und Aufwand für ein und denselben Antrag erfordern würde. Ganz abgesehen davon, dass bei fehlerhaften bzw. unvollständigen Unterlagen die Akten mehrfach hin- u. hergeschoben werden. Trotz aller Sachargumente verharrte die Kreistagsmehrheit jedoch erwartungsgemäß auf ihrer Devise "Augen zu und durch" und lehnte gegen die Stimmen von SPD und GRÜNE den SPD-Antrag mehrheitlich ab. Fazit: Wir haben zwar eine Abstimmung verloren; der moralische Gewinner sind wir dennoch.

 

Homepage SPD Rhein-Neckar

News-Ticker

23.06.2026 19:06 Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission
Reform muss zu spürbaren Verbesserungen gegenüber dem Status quo führen Der Abschlussbericht der Rentenkommission ist eine gute Grundlage für eine umfassende Reform, die wir jetzt gründlich beraten und dann auf den Weg bringen wollen. „Die Kommission hatte die Aufgabe, Vorschläge zu entwickeln, wie insbesondere Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen ihren Lebensstandard im Alter sichern… Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission weiterlesen

20.06.2026 12:14 Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag
117 Millionen Menschen auf der Flucht Gabriela Heinrich, menschenrechtspolitische Sprecherin: Am 20. Juni, dem Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen, wird daran erinnert, dass Millionen Menschen gezwungenermaßen ihre Heimat verlassen mussten. Hinter den Zahlen stehen persönliche Geschichten und individuelle Schicksale. „Aktuell sind weltweit über 117 Millionen Menschen auf der Flucht, darunter viele Kinder, oftmals ohne die Begleitung… Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag weiterlesen

18.06.2026 12:25 „Fatales Signal an Kommunen und Verbraucher:innen“
Rechte Mehrheit im EU-Parlament stellt Vereinbarung für sauberes Wasser infrage Das Europäische Parlament hat heute eine Resolution zur Umsetzung der Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) verabschiedet. Die in der vergangenen Legislatur beschlossene Vereinbarung zur Verbesserung der Wasserqualität sieht Vorschriften für eine durch Unternehmen gestützte Finanzierung der sogenannten 4. Reinigungsstufe vor. An dieser finanziellen Großaufgabe sollen vor allem Kosmetik-… „Fatales Signal an Kommunen und Verbraucher:innen“ weiterlesen

18.06.2026 12:16 Annika Klose zum Arbeitszeitgesetz
Arbeitszeitgesetz: Flexibilisierung ist keine Einbahnstraße Im Koalitionsvertrag ist festgehalten, dass die neue Arbeitszeitregelung keine Ausweitung der Arbeitszeit gegen den Willen der Beschäftigten sein darf, so Annika Klose. „Wir haben im Koalitionsvertrag explizit vereinbart, dass eine solche Reform auch und gerade im Sinne der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ausgestaltet werden muss. Dass es also auch… Annika Klose zum Arbeitszeitgesetz weiterlesen

18.06.2026 11:18 Gabriela Heinrich zum Internationalen Tag gegen Hetze
Zum Internationalen Tag gegen Hetze: Hassrede bekämpfen, Zusammenhalt stärken Gabriela Heinrich, menschenrechtspolitische Sprecherin: Seit fünf Jahren rufen die Vereinten Nationen jeweils am 18. Juni den Internationalen Tag der Bekämpfung von Hetze aus. Sie machen so auf die wachsende Verbreitung von Hassrede aufmerksam und weisen auf Maßnahmen hin, Hassrede zu bekämpfen und den gegenseitigen Respekt zu… Gabriela Heinrich zum Internationalen Tag gegen Hetze weiterlesen

Ein Service von info.websozis.de