Empfang zum Kirchentag: Damit wir klug werden

Veröffentlicht am 08.06.2015 in Bundespolitik

Bei einem SPD-Empfang anlässlich des 35. Deutschen Evangelischen Kirchentages in der vergangenen Woche hat Nils Schmid in Stuttgart die Bedeutung von Glauben als persönliche Richtschnur seiner Politik hervorgehoben. Im Hinblick auf das Kirchentagsmotto „Damit wir klug werden“ sagte der SPD-Landeschef, auch im politischen Geschäft könne Glaube dabei helfen, klug zu werden.

„Ganz besonders dann, wenn Emotionen hochkochen. Dann braucht es klare Grundsätze, dann braucht es Glauben. Für mich sind es die christlichen – aber ebenso sozialdemokratischen – Grundsätze der Nächstenliebe, Gerechtigkeit und Solidarität, die in diesen Situationen dabei helfen, das Richtige zu tun“, so Nils Schmid vor über 400 Gästen.

„Zum Beispiel, wenn es darum geht, jenen zu helfen, die bei uns Zuflucht und Schutz vor Vertreibung und Gewalt suchen. Oder man sich dafür einsetzt, dass Menschen mehr und immer wieder aufs Neue Möglichkeiten und Chancen offenstehen, egal woher sie kommen.“


Rede von Dr. Nils Schmid MdL anlässlich des Jour-Fixe-Empfangs der SPD anlässlich des 35. Deutschen Evangelischen Kirchentages am 4. Juni 2015 in Stuttgart

– Es gilt das gesprochene Wort! –

Sehr geehrter Herr Bischof Bedford-Strohm, sehr geehrter OB Kuhn, lieber Frank-Walter Steinmeier, liebe Manuela Schwesig, meine Damen und Herren,

herzlichen Dank für die Einladung zum Jour Fixe Empfang anlässlich des 35. Deutschen Evangelischen Kirchentages. Und herzlich willkommen auch von meiner Seite hier in Stuttgart. Uns Schwaben wird ja bisweilen nachgesagt, das Einzige, woran wir wirklich glauben, sei das Sparen.

Aber ein Gang über den Kirchentag zeigt, dass man das so offensichtlich nicht stehen lassen kann. Vielmehr wird einem wieder aufs Neue bewusst: Glaube steckt an. Er bewegt die Menschen in unserem Land. Und er bringt sie eben auch auf ganz besondere Weise zusammen. Zum Beispiel, wenn Menschen vermeintlich „Wildfremden“ aus aller Welt ihr Heim öffnen, damit sie hier den Kirchentag mitfeiern können.

Und viele Menschen sich mit ihrer Zeit und ihrer Arbeit einbringen, um dieses „Fest des Glaubens“ nach Kräften zu unterstützen.

Ist das nicht eine frohe Botschaft?

Eine frohe Botschaft – gerade in Zeiten, in denen Solidarität, Nächstenliebe und Aufeinander zuzugehen nötiger ist denn je? Der Kirchentag steht dieses Jahr unter dem Motto „Damit wir klug werden“.

Er bezieht sich damit auch auf die Endlichkeit des Lebens – und was das für unser Handeln in diesem Leben bedeutet. Der Glaube kann dabei eine wichtige Stütze sein, der uns Richtung, Halt und Zuversicht gibt. Und das gilt für das Leben gleichermaßen, wie für die Politik.

Auch für meine Familie gehört Glaube einfach dazu. Und dabei spielt es erstmal keine Rolle, dass meine Frau Muslima ist, und ich evangelischer Christ bin. Zu glauben – das steht für uns im Vordergrund.

Wir begehen christliche und islamische Feste bewusst zusammen – und diese Art des Glaubens geben wir auch an unsere Kinder weiter. Auch im politischen „Geschäft“, kann Glaube uns immer wieder dabei helfen, „klug zu werden“. Ganz besonders dann, wenn Emotionen hochkochen. Wenn es längst nicht mehr um die Sache, sondern nur noch um Profilierung geht. Dann braucht es klare Grundsätze, dann braucht es Glauben.

Für mich sind es die christlichen – aber ebenso sozialdemokratischen – Grundsätze der Nächstenliebe, Gerechtigkeit und Solidarität, die in diesen Situationen dabei helfen, das Richtige zu tun.

Zum Beispiel, wenn es darum geht, jenen zu helfen, die bei uns Zuflucht und Schutz vor Vertreibung und Gewalt suchen. Oder man sich dafür einsetzt, dass Menschen mehr und immer wieder aufs Neue Möglichkeiten und Chancen offenstehen, egal woher sie kommen.

Und so kann ich nur hoffen, dass wir alle, ganz im Geiste des Kirchentages, Zeit finden, um zu glauben. Und damit auch Zeit, um klug zu werden. Und das nicht nur im Rahmen dieses Kirchentages, sondern immer wieder aufs Neue.

Vielen Dank!

 

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