Gall: Jugendkriminalität auf niedrigstem Stand seit 15 Jahren

Veröffentlicht am 13.06.2012 in Landespolitik

"Die positive Entwicklung bei der Jugendkriminalität hat sich fortgesetzt", sagte Innenminister Reinhold Gall anlässlich der Veröffentlichung des Jahresberichtes 2011 zur Jugendkriminalität und Jugendgefährdung des Landeskriminalamtes am Mittwoch, 13. Juni 2012, in Stuttgart.

Die Zahl der Tatverdächtigen unter 21 Jahren sei im Jahr 2011 gegenüber dem Vorjahr um 4,2 Prozent auf 61.263 und im Zehnjahresvergleich sogar um 14 Prozent (2002: 71.226) gesunken. Damit sei der niedrigste Wert seit 15 Jahren erreicht (1996: 59.639). Gall: "Hier zahlen sich das Engagement der polizeilichen Jugendsachbearbeiter und eine Vielzahl von Projekten in der Prävention aus.? Zum Vergleich: Gegenüber 2002 stagnierte die Zahl der Jugendlichen, die Zahl der Heranwachsenden zwischen 18 und 21 Jahren hat um 6,5 Prozent zugenommen.

2011 zurückgegangen seien jugendtypische Delikte wie Körperverletzung um -5,4 Prozent auf 13.753, Diebstahl um -8,6 Prozent auf 22.474, Sachbeschädigung um -0,3 Prozent auf 7.258 und Gewaltkriminalität um -6,9 Prozent auf 7.730. Trotz der positiven Entwicklung bleibe Jugendgewalt eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Aus diesem Grund sei auch in Zukunft eine wirkungsvolle Kriminal- und Gewaltprävention zwingend erforderlich.

Auch im vergangenen Jahr habe nahezu jeder dritte Jungtäter (31 Prozent) bei Gewalttaten unter Alkoholeinfluss gestanden. Das Förderprogramm „Prävention alkoholbedingter Jugendgewalt“, das von der Baden- Württemberg-Stiftung mit einer Million Euro gefördert werde, greife dieses Problem gezielt auf. „Landesweit werden 26 Projekte unterstützt, die gewalt- und suchtpräventive Inhalte vereinen. Gleichzeitig wird die örtliche Vernetzung, beispielsweise zwischen Jugendhilfe, kommunalen Suchtbe- auftragten, Polizei und Vereinen gefestigt“, so der Innenminister. 
 
 
Ebenfalls mit dem Ziel, Zugang zu gewaltgeneigten Jugendlichen zu erhalten, habe die Polizei die neue Gewaltpräventionskampagne „heimspiel“ gestartet. Deren Kernelement sei ein Medienpaket aus einem Kurzfilm und einem Begleitheft, welches von der außerschulischen Jugendarbeit eingesetzt werde.
 
Eine kleine Gruppe stark kriminalitätsbelasteter Jugendlicher sei für eine Vielzahl von Gewalttaten verantwortlich. Aus diesem Grund konzentriere sich die Polizei bereits seit mehreren Jahren verstärkt auf diese Mehrfach- und Intensivtäter. Hierzu gehöre auch die frühzeitige Fokussierung auf sogenannte Schwellentäter, um ein Abgleiten in kriminelle Karrieren durch vernetzte Interventionsmaßnahmen zu verhindern.
 
Momentan betreue die Polizei landesweit 367 Schwellentäter und 411 Intensivtäter. Bereits 1999 sei mit dem „Haus des Jugendrechts Stuttgart Bad Cann- statt“ eine bis dato neue Form einer ganzheitlichen und behördenüber- greifenden Zusammenarbeit von Polizei, Staatsanwaltschaft, Jugendgericht und Jugendbehörden unter einem Dach geschaffen worden. Die dort gesammelten Erfahrungen seien in die gesamte Jugendsachbearbeitung in Baden-Württemberg übernommen worden. Mit dem „Haus des Jugendrechts Pforzheim Enzkreis“, das zum 6. Februar 2012 den Betrieb aufge- nommen habe, werde nun erstmals auch ein Modell für den städtisch-ländlichen Raum erprobt. „Die Polizei in Baden-Württemberg wird auch in Zukunft neue und innovative Maßnahmen zur Verhinderung und Eindämmung der Jugendkriminalität ergreifen“, betonte Innenminister Gall.
 
Der Jahresbericht 2011 Jugendkriminalität und Jugendgefährdung in Ba-
den-Württemberg ist im Internet unter www.polizei-bw.de eingestellt.
 
Wichtige Webseiten zum Themenbereich:
- www.innenministerium.baden-wuerttemberg.de
- www.polizei-beratung.de
- www.polizei-bw.de/praevention
- www.praevention-bw.de
- www.jugendschutztrainer.polizei-beratung.de
- www.bleib-klar.de
- www.Time4teen.de
- www.staygold.eu
 

Homepage SPD-Landesverband

News-Ticker

30.03.2026 18:07 Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken
Eine verlängerte Nutzung von Kohlekraftwerken nach 2038 wäre weder notwendig noch sinnvoll Die Erneuerbaren sind die sauberste, sicherste und kostengünstigste Form der Erzeugung.  Es bedarf allerdings nun auch des entschlossenen Willens der Koalition und der federführenden Bundeswirtschaftsministerin, die gesetzlichen Hebel weiter auf eine systemische Umstellung zur Nutzung Erneuerbarer Energien zu stellen. „Eine verlängerte Nutzung von… Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken weiterlesen

25.03.2026 17:51 Jakob Blankenburg zum Klimaschutzprogramm
67 Maßnahmen, sieben Ministerien, ein Klimaschutzprogramm Die aktuelle Weltlage mit Konflikten, die sich massiv auf unsere Energieversorgung auswirken, zeigt eindeutig: Wir müssen schnell unabhängig von fossilen Energieträgern werden. Das heute von Bundesumweltminister Carsten Schneider vorgelegte Klimaschutzprogramm zeigt einen fairen Weg zur Erreichung der Klimaziele 2030 sowie für mehr Versorgungssicherheit auf. „Dieses Klimaschutzprogramm ist für die… Jakob Blankenburg zum Klimaschutzprogramm weiterlesen

25.03.2026 17:50 Eine notwendige strategische Perspektive für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts
Ich begrüße die Impulse von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil ausdrücklich. Deutschland steht an einem Wendepunkt. Wir brauchen ein neues Wirtschaftsmodell: eines, das konsequent auf Innovation setzt, technologische Führerschaft ermöglicht und zugleich dafür sorgt, dass Wohlstand in der Breite der Gesellschaft ankommt. „Innovation und Gerechtigkeit sind die Grundlage für nachhaltiges Wachstum und breiten Wohlstand in Deutschland. Deshalb… Eine notwendige strategische Perspektive für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts weiterlesen

11.02.2026 21:41 Dagmar Schmidt zum Behindertengleichstellungsgesetz
Barrierefreiheit nützt uns allen Die Bundesregierung treibt die Barrierefreiheit voran: Das Kabinett hat am Mittwoch eine Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes auf den Weg gebracht. SPD-Fraktionsvizin Dagmar Schmidt spricht von einem wichtigen Schritt. „Der Gesetzentwurf zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes bedeutet einen wichtigen Schritt hin zu einer inklusiveren Gesellschaft. Er stärkt die Rechte von Menschen mit Behinderungen und… Dagmar Schmidt zum Behindertengleichstellungsgesetz weiterlesen

11.02.2026 21:39 Stefan Zierke zur Entwicklung im Deutschlandtourismus
Rekord im Tourismus – Strategie, gute Arbeit und verlässliche Politik zahlen sich aus Stefan Zierke, tourismuspolitischer Sprecher: Der Deutschlandtourismus erreicht mit 497,5 Millionen Gästeübernachtungen einen neuen Rekord. Klare Strategie, engagierte Beschäftigte und verlässliche Politik sorgen für Wachstum, stärken die Betriebe und sichern gute Arbeit – für einen wirtschaftlich starken, sozial gerechten und nachhaltigen Tourismus in allen… Stefan Zierke zur Entwicklung im Deutschlandtourismus weiterlesen

Ein Service von info.websozis.de