Genossinnen und Genossen auf den Spuren der Programmgeschichte der SPD

Veröffentlicht am 04.07.2007 in Ortsverein

Passend zur derzeitigen Debatte über ein neues Grundsatzprogramm der Partei hatte der Landesverband der SPD Baden-Württemberg zu einer Fahrt in die Programmgeschichte eingeladen. Während der Busfahrt rief Prof. Dr. Konstanze Wegner die Geschichte der SPD und ihrer Programme in Erinnerung. Erstes Reiseziel war Eisenach, wo wir im „Goldenen Löwen“ erfuhren, was die Gründer der „Sozialdemokratischen Arbeiterpartei“ 1869 empfanden und in ihr Programm schrieben: „Die heutigen politischen und sozialen Zustände sind im höchsten Grade ungerecht und daher mit der größten Energie zu bekämpfen."

Quartier wurde in Weimar, leider in der „Pampa“ außerhalb der Stadt, bezogen, die Entschädigung folgte am nächsten Tag mit einer Stadtführung durch die Kulturhauptstadt und einer Diskussion mit dem SPD-Oberbürgermeister Stefan Wolf. Der konnte stolz berichten, dass Weimar die einzige Stadt in den neuen Bundesländern mit wachsender Bevölkerungszahl ist.

Weiter in die Geschichte ging es in Gotha, wo sich im heutigen „Tivoli“ Lassalleaner und Eisenacher zur „Sozialistischen Deutschen Arbeiterpartei“ zusammenschlossen. Hier wurde auch 2007 heftig diskutiert, diesmal von den Baden-Württemberger Geschichtsreisenden mit ihrem Landesgeschäftsführer Marten Jennerjahn. Dabei kam man auch auf die Debatte über das neue Grundsatzprogramm zu sprechen, insbesondere auf den Textvorschlag Erhard Epplers, dessen Existenz offenbar ein Parteigeheimnis ist.

Die nächsten Stationen waren Leipzig, wo die sozialdemokratische Bewegung Deutschlands einst begonnen hatte, und Halle, wo 1890 der erste Parteitag zur Aufhebung der Sozialistengesetze stattfand. Nicht nur Geschichte, sondern auch Aktuelles war zu sehen: Leipzig bot sich als eine aufblühende Metropole dar, wenn man sich nicht zu weit vom Zentrum entfernte. Halle machte einen etwas deprimierenden Eindruck, viele Wohnungsleerstände waren zu beobachten.

Den Abschluss der Reise bildete ein Besuch in Erfurt. Der „Kaisersaal“ war 1891 Schauplatz eines wichtigen Parteitags. Im Rathaus wurden wir wiederum von einem SPD-Oberbürgermeister, Andreas Bausewein, empfangen. Die fällige Stadtführung konnte diesmal von einem Teilnehmer, einem gebürtigen Erfurter und Autor dieses Berichts, bestritten werden.
Der Organisatorin dieser gelungenen Reise, Dagmar Heilsberg, sei herzlich für ihre Mühe gedankt.

Dieter Lattermann, OV Walldorf

 

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