Glücksspielwesen neu ordnen

Veröffentlicht am 11.06.2007 in Landespolitik

"Eine Neuordnung des Glücksspielmarktes ist dringend notwendig, weil sich Umfang und Charakter des Glücksspielwesens in den vergangenen Jahren stark gewandelt haben.

Insbesondere die Ausweitung der gewerblichen Spielhallen, der nichtstaatlichen Sportwetten und der Gewinnspiele im Internet haben das Glücksspielvolumen im Land auf geschätzte 3,5 Mrd. Euro ansteigen lassen", so der Landtagsabgeordnete Hans Georg Junginger (SPD). Als Vorsitzender des Innenausschusses des Landtags ist er für diesen Bereich zuständig. Er macht darauf aufmerksam, dass allein zwischen 2000 und 2006 die Anzahl der Geldspielgeräte in Spielhallen im Lande um 33 Prozent zugenommen habe. Experten seien sich darin einig, dass Glücksspiele ein hohes Suchtpotenzial in sich bergen, verbunden mit Beschaffungskriminalität und Suizidrisiken. So gingen Untersuchungen deutschlandweit von rund 250.000 Personen mit Anzeichen von Glücksspielsucht aus, sagt der Abgeordnete.

"Ein baden-württembergisches Spielhallengesetz muss Eingangskontrollen, Suchtpräventionsmaßnahmen, Mengenbegrenzungen von Geldspielgeräten und ein Verbot bzw. eine Verhinderung von Kettenkonzessionen festschreiben", fordert Junginger.

Gaststättenbetreiber dürften nach den Plänen der SPD maximal drei Geldspielautomaten aufstellen. Um einen besseren Jugendschutz zu gewährleisten, soll an solchen Automaten nur noch nach Freischaltung durch EC- oder Kreditkarte gespielt werden können. Es müsse darüber hinaus eine gesetzliche Möglichkeit geschaffen werden, um fingierte Telefon-Gewinnspiele oder TV-Gewinnspiele wirkungsvoll zu regulieren, so Junginger.

 

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