Grünstein für Abschaffung der Grundschulempfehlung

Veröffentlicht am 10.03.2008 in Landespolitik

Die Landtagsabgeordnete Rosa Grünstein fordert die Landesregierung dazu auf die Grundschulempfehlung nach der 4. Klasse abzuschaffen. Stattdessen soll es zukünftig die Aufgabe der Eltern sein entscheiden zu können, welche weiterführende Schulart ihr Kind nach der Grundschule besuchen soll. Dieser Wahl soll ein intensives Beratungsgespräch mit den Grundschullehrkräften voraus gehen.

Mit dieser Forderung steht die SPD Landtagsfraktion nicht allein. Neben dem Landeselternbeirat, der GEW, der FDP sind auch die Grünen gegen die (verbindliche) Grundschulempfehlung (GSE). Die Empfehlungen sind erheblich beeinflusst von der sozialen Herkunft der Kinder. Dadurch werden Kinder aus bildungsfernen Schichten benachteiligt. Sie mussten laut der letzten Internationalen Grundschulleseuntersuchung (IGLU) 614 Leistungspunkte erreichen, um von ihren Lehrkräften eine Gymnasialempfehlung zu erhalten. Bei Kindern aus bildungsnahen Familien genügte bereits ein Wert von 537.

Darüber hinaus ist die Aufteilung der Kinder im Alter von 10 Jahren auf unterschiedliche Schularten prinzipiell fragwürdig und sie erfolgt viel zu früh. Laut vielen Wissenschaftern ist es zu früh, das Leistungsvermögen von Kindern in diesem Alter verlässlich zu prognostizieren. „Wir fordern deshalb in einem ersten Schritt die erfolgreiche Grundschulzeit um zwei Jahre zu verlängern“, so die hiesige Landtagsabgeordnete Rosa Grünstein.

Für Rosa Grünstein ist es nicht nur stichhaltig pädagogisch begründet, dass sich durch individuelle Förderung und längeres gemeinsames Lernen bessere Leistungen und Lernerfolge erzielen lassen, sondern ist es auch durch die Schulpraxis belegt. Die Integrierte Gesamtschule Mannheim-Herzogenried (IGMH) liefert hierfür die besten Erkenntnisse. Am IGMH gibt es von der 5. Klasse an eine dreijährige gemeinsame Oberstufe. Erst danach würden die SchülerInnen in unterschiedliche, auf Abschlüsse bezogene Kurse aufgeteilt. Die Durchlässigkeit bleibt hierbei dennoch gewahrt. Auch die Tatsache, dass die Grundschulempfehlung ein überholtes Instrument ist, wird bestätigt. Denn hier hatten im Durchschnitt 55 Prozent der Abiturienten, die in den letzten 5 Jahren an der IGMH das Abitur machten, ursprünglich keine Gymnasialempfehlung (45 Prozent hatten ursprünglich eine Empfehlung für die Realschule, 10 Prozent ursprünglich eine Empfehlung für die Hauptschule). Weiterhin haben von den Absolventen, die an der IGMH in den letzten 5 Jahren die Mittlere Reife machten im Durchschnitt ursprünglich 54 Prozent eine Empfehlung für die Hauptschule. Abschließend fordert Rosa Grünstein die Landesregierung dazu auf „sich den Erkenntnissen aus der Wissenschaft nicht zu verschließen und im Sinne unserer Kinder endlich das dreigliedrige Schulsystem abzuschaffen.“

 

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