Junge Bürgermeister: SPD muss vor Zukunft nicht bange sein

Veröffentlicht am 24.04.2015 in Aus dem Parteileben

Michael Salomo, Frederik Brütting und Marian Schreier (vlnr)

Seit kurzem stellt die SPD in Baden-Württemberg insgesamt fünf Bürgermeister unter 35 Jahren im Land. Am 15. März wurde Roman Götzmann (33) mit 72 Prozent zum Oberbürgermeister in Waldkirch gewählt, vier Wochen zuvor holte der erst 25-jährige Marian Schreier 71 Prozent der Stimmen in Tengen am Bodensee und ist damit der jüngste Bürgermeister deutschlandweit.

Bereits vor gut einem Jahr, im Januar 2014, wurde Michael Salomo in Haßmersheim im Neckar-Odenwald-Kreis zum damals jüngsten Bürgermeister gewählt. Auch der Sozialdemokrat Kai-Achim Klare (32) hat das Bürgermeisteramt in Rust seit einem Jahr inne – und der ehemalige Juso-Landesvorsitzende Frederick Brütting (31) leitet bereits seit drei Jahren die Geschicke der Gemeinde Heubach im Ostalbkreis.

Nils Schmid zeigt sich über die Wahlerfolge der jungen Sozialdemokraten erfreut: „Es ist ein klasse Signal, dass immer mehr junge Menschen in der SPD kommunale Verantwortung übernehmen und einen solchen Erfolg haben“, so der SPD-Landesvorsitzende. „Das zeigt, dass der Sozialdemokratie in unserem Land vor der Zukunft nicht bange sein muss!“

Frederick Brütting, Kai-Achim Klare, Marian Schreier, Michael Solomo und Roman Götzmann im Interview

Waldkirch bekommt einen neuen SPD-Oberbürgermeister – Glückwunsch noch zur Wahl, Roman! Du hast ja bereits einige Erfahrungen auf verschiedenen Ebenen in der Partei gemacht. Warum hast Du Dich nun für die Kommunalpolitik entschieden?

Kommunalpolitik vereint auf der einen Seite vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten mit dem direkten Kontakt zu den Bürgerinnen und Bürgern auf der anderen Seite. Das habe ich auch in meinem Wahlkampf wieder gemerkt: Man kann im Dialog mit den Menschen tolle Sachen voranbringen!

Marian, Du bist unlängst in Tengen gewählt worden und damit der derzeit jüngste Bürgermeister bundesweit. Wie bist Du denn zur Politik und zur SPD gekommen?

Über mein Engagement in der Schülermitverantwortung und im Jugendrat Stuttgart-West bin ich zur Politik gekommen. Danach war für mich klar: Erst das Öffentliche – also das Verfolgen gemeinsam ausgehandelter Ziele – ermöglicht ein selbstbestimmtes Leben, weil es die Voraussetzungen dafür schafft, zum Beispiel durch öffentliche Infrastruktur. Die Orientierung an Freiheit und Selbstbestimmung sowie die Notwendigkeit eines intakten und handlungsfähigen Gemeinwesens, das demokratisch und sozial organisiert ist, haben mich schließlich in die SPD geführt.

Und wie geht‘s Dir nach Deinem ersten in Jahr in Rust, Kai-Achim? Haben sich die Erwartungen erfüllt?

Das erste Jahr ist wie im Fluge vergangen: Jeden Tag neue, spannende Themen und unglaublich schöne Begegnungen. In Rust ist halt immer was los, auch außerhalb unseres wunderschönen Europa-Parks.

Was ich vorher immer nur erahnen konnte, hat sich bestätigt: Ich habe meinen Traumberuf gefunden. Seit einem halben Jahr lebt auch meine Familie im Ort, sodass wir die naturgemäß wenigen freien Stunden intensiv zusammen verbringen können. Kurz: Ich habe die Entscheidung noch keine Sekunde bereut!

Michael, hattest Du das Gefühl, dass Du als junger Kandidat in Haßmersheim vor besonderen Herausforderungen im Wahlkampf stehst? Welche waren das?

Ich denke, es ist besonders wichtig, im demografischen Wandel die Bedürfnisse jüngerer Familien und älteren pflegebedürftigen Personen unter einen Hut zu kriegen. Mein junges Alter wurde als sehr positiv wahrgenommen, da Offenheit und Bürgernähe schlussendlich zum Ziel geführt haben.

Freddi, Du bist nun schon seit über drei Jahren Bürgermeister in Heubach und damit in dieser Runde der „alte Hase“. Was kannst Du den Kollegen mit auf den Weg geben?

Auf jeden Fall den Schwung aus der Wahl mitnehmen und große Projekte nicht zu lange aufschieben!

Am Anfang erwarten die Bürgerinnen und Bürger auch einen sichtbaren Wechsel im Rathaus. Ansonsten ist es gut investierte Zeit, sich intensiv mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auszutauschen. Wenn die eigene Verwaltung rund läuft, kann man auch mehr bewegen!

 

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