Katja Mast im Interview: „Wir müssen Brücken bauen“

Veröffentlicht am 22.10.2013 in Landespolitik

Im Interview mit der „Stuttgarter Zeitung“ spricht SPD-Generalsekretärin Katja Mast über den Reutlinger Landesparteitag, die Landespartei und das Verhältnis zur Landtagsfraktion.

Frau Mast, haben Sie die Wahlschlappe vom Parteitag schon überwunden?

Der Parteitag hat gezeigt, ein 'weiter so' kann es nicht geben. Es gibt viel Unmut an der Basis. Geäußerter Unmut kann in Veränderung münden, das ist ja nicht schlecht. Besser wäre es gewesen, der Unmut wäre vor den Vorstandswahlen geäußert worden, aber das ist Schnee von gestern.

Die Basis vermisst beim Vorstand politische Relevanz. Was haben Sie falsch gemacht?

Ein deutliches Zeichen des Parteitags ist, dass die Partei mehr in die politischen Entscheidungen auf Landesebene einbezogen werden will. Sie will ein stärkeres Miteinander. Da stehen neben der Partei vor allem auch Fraktion und Regierung in der Verantwortung.

Haben Sie schon Ideen, wie Sie die Basis wiedergewinnen wollen?

Wir müssen mehr Brücken bauen vom Regierungshandeln und der Fraktion hinein in die Partei. Wir wollen Regionalkonferenzen machen. Diese können wir mit der Debatte um die Große Koalition koppeln. Dort wollen wir auch die Bundestagswahl auswerten und über die Zukunft der SPD, auch im Land sprechen.

Befürchten Sie nach dem schwachen Ergebnis für den Vorstand, dass die Landtagsfraktion die politische Führung übernimmt?

Partei und Fraktion brauchen einander. Es gibt nur eine SPD und nicht mehrere nebeneinander her. Landesvorstand und Fraktion werden miteinander beraten, wie wir besser zusammen arbeiten. Der Parteitag hat uns da Themen aufgegeben, wie das Landtagswahlrecht oder die offenen Fragen zum Umgang mit dem NSU im Land.

Die Fraktion ist bei diesen Themen beim Parteitag unterlegen. Will die Partei Landesregierung und Fraktion mehr einbinden?

Wir müssen eine Struktur finden, zum Beispiel beim Landtagswahlrecht, wie wir gemeinsam zu einer Haltung der SPD kommen. Es soll nicht so sein, dass die SPD zu einer Haltung kommt und die Landtagsfraktion zu einer anderen.

War die Fraktion bisher zu dominant?

Die Fraktion bearbeitet bisher das, was im Koalitionsvertrag steht. Den hat die Partei entschieden. Aber in der Sichtbarkeit nach außen war die Fraktion vielleicht bisher zu dominant. Es ist auch ein Auftrag des Parteitags, die gemeinsame strategische Öffentlichkeitsarbeit zu intensivieren.

Das Gespräch führte Renate Allgöwer.

 

Homepage SPD-Landesverband

News-Ticker

20.06.2026 12:14 Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag
117 Millionen Menschen auf der Flucht Gabriela Heinrich, menschenrechtspolitische Sprecherin: Am 20. Juni, dem Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen, wird daran erinnert, dass Millionen Menschen gezwungenermaßen ihre Heimat verlassen mussten. Hinter den Zahlen stehen persönliche Geschichten und individuelle Schicksale. „Aktuell sind weltweit über 117 Millionen Menschen auf der Flucht, darunter viele Kinder, oftmals ohne die Begleitung… Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag weiterlesen

18.06.2026 12:25 „Fatales Signal an Kommunen und Verbraucher:innen“
Rechte Mehrheit im EU-Parlament stellt Vereinbarung für sauberes Wasser infrage Das Europäische Parlament hat heute eine Resolution zur Umsetzung der Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) verabschiedet. Die in der vergangenen Legislatur beschlossene Vereinbarung zur Verbesserung der Wasserqualität sieht Vorschriften für eine durch Unternehmen gestützte Finanzierung der sogenannten 4. Reinigungsstufe vor. An dieser finanziellen Großaufgabe sollen vor allem Kosmetik-… „Fatales Signal an Kommunen und Verbraucher:innen“ weiterlesen

18.06.2026 12:16 Annika Klose zum Arbeitszeitgesetz
Arbeitszeitgesetz: Flexibilisierung ist keine Einbahnstraße Im Koalitionsvertrag ist festgehalten, dass die neue Arbeitszeitregelung keine Ausweitung der Arbeitszeit gegen den Willen der Beschäftigten sein darf, so Annika Klose. „Wir haben im Koalitionsvertrag explizit vereinbart, dass eine solche Reform auch und gerade im Sinne der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ausgestaltet werden muss. Dass es also auch… Annika Klose zum Arbeitszeitgesetz weiterlesen

18.06.2026 11:18 Gabriela Heinrich zum Internationalen Tag gegen Hetze
Zum Internationalen Tag gegen Hetze: Hassrede bekämpfen, Zusammenhalt stärken Gabriela Heinrich, menschenrechtspolitische Sprecherin: Seit fünf Jahren rufen die Vereinten Nationen jeweils am 18. Juni den Internationalen Tag der Bekämpfung von Hetze aus. Sie machen so auf die wachsende Verbreitung von Hassrede aufmerksam und weisen auf Maßnahmen hin, Hassrede zu bekämpfen und den gegenseitigen Respekt zu… Gabriela Heinrich zum Internationalen Tag gegen Hetze weiterlesen

17.06.2026 12:19 Esra Limbacher zur EU-Entscheidung über Veggie-Burger
Politisch-ideologischer Nachhilfeunterricht ist nicht nötig Das vom EU-Parlament beschlossene Verbot für Fleischbezeichnungen wie ‚Veggie-Speck‘ oder ‚Veggie-Hühnchen‘ ist falsch und wird Verbraucherinnen und Verbraucher verwirren. Dass Begriffe wie ‚Veggie-Burger‘ oder ‚Veggie-Wurst‘ auch künftig zulässig bleiben, ist richtig. Die Entscheidung beendet hoffentlich eine Scheindebatte, die viel politische Energie verschwendet hat. „Das EU-Parlament hat bestätigt, dass Begriffe wie… Esra Limbacher zur EU-Entscheidung über Veggie-Burger weiterlesen

Ein Service von info.websozis.de