Neues Schuljahr, nichts dazu gelernt? Land muss für krisenfeste Klassenzimmer sorgen!

Veröffentlicht am 19.07.2021 in Landespolitik

SPD, LEB und Schulen fordern: Das muss noch vor Beginn des neuen Schuljahrs passieren

Fünf Monate nach dem ersten virtuellen Bildungsgipfel haben Vertreter*innen der Lehrer- und Bildungsverbände, des Landeselternbeirats- und Landesschülerbeirats, Vertreter*innen aus der Schulpraxis und den Kommunen sowie Fachleute für die schulischen Unterstützungssysteme zusammengetragen, wie sicherer Unterricht nach den Sommerferien gewährleistet werden kann.

SPD-Landeschef Andreas Stoch erklärt: „Auch im 16. Monat der Pandemie hat die Landesregierung noch kein schlüssiges Konzept für einen sicheren und verlässlichen Präsenzunterricht im kommenden Schuljahr vorgelegt. Nächste Woche beginnen die Sommerferien und Grün-Schwarz hat aus dem Fiasko des vergangenen Jahres noch immer nichts gelernt. Auch Frau Schopper ruht sich offensichtlich lieber auf den aktuell niedrigeren Inzidenzen aus als die Schulen endlich krisensicher zu machen. Das grenzt inzwischen an grober Fahrlässigkeit!“

SPD, LEB und Vertreter aus der Schulpraxis fordern deshalb: Spätestens im neuen Schuljahr braucht es Luftreinigungsgeräte in allen Klassenzimmern des Landes. „Diese Option für mehr Gesundheitsschutz zu ignorieren ist fahrlässig“, so Stoch. Und es muss überall eine verlässliche Teststrategie sichergestellt werden, Schulimpfungen müssen sofort angeboten werden können, sobald die Ständige Impfkommission dies empfiehlt. Wo es die Bedingungen hergeben, muss Präsenz unbedingt ermöglicht werden, aber eben nicht um jeden Preis. Die Schulen brauchen je nach Verlauf der Pandemie brauchen wir abgestimmte Optionen wie Unterricht und Bildung auch unter Pandemiebedingungen in möglichst hoher Qualität aufrechterhalten werden kann.

In der Umsetzung brauchen die Schulleitungen Rückendeckung und Rechtssicherheit aus dem Kultusministerium und der Schulverwaltung. Lehrkräfte, pädagogische Assistent*innen und Schulpsycholog*innen müssen an den Schulen massiv ausgebaut werden. Zudem hat das Kultusministerium bei der Kommunikation, Planbarkeit und Verlässlichkeit der Maßnahmen erheblichen Nachholbedarf.

Jörg Fröscher, Rektor an der Ditzinger Gemeinschaftsschule Theodor Heuglin fordert: „Als Schulleiter muss ich die Möglichkeit haben, mit eigener, abgesicherter Entscheidungskompetenz und eigenen Mitteln auf meine Schülerschaft angepasste Unterstützungskonzepte auf den Weg bringen zu können. Dies ist für die Schule und das Kollegium ein Mehraufwand, der mit zusätzlichen Vertretungslehrkräften oder Assistenzen abgefangen werden muss. Langfristig sollten aus dem Pool aus Assistenzen zusammen mit mehr ausgebildeten Lehrkräften multiprofessionelle Teams erwachsen, die uns auch besser durch die nächste Krise bringen würden.“

„Aussagen wie die von Kultusministerin Theresa Schopper, die Kinder bräuchten für das nächste Schuljahr im Wesentlichen «einen Packen Taschentücher» werden der Situation und den Sorgen und Ängsten der Betroffenen überhaupt nicht gerecht. Wir kämpfen um jeden Tag Präsenzunterricht im neuen Schuljahr!“, so Stoch.

Im Gespräch mit den Bildungsexpert*innen hat die SPD zudem herausgearbeitet, was die Schülerinnen und Schüler jetzt benötigen, damit die Effekte der Schulschließungen der vergangenen Monate kompensiert werden können.

Zur Entlastung und Konzentration auf den Unterricht, ist eine Einstellungsoffensive für Pädagogische Assistentinnen und Assistenten mit ein bis zwei Stellen pro Schule nötig, auch um die sozialen Folgen der Pandemie aufzufangen. Ein landesweites Lernunterstützungsprogramm von mindestens 130 Millionen Euro ist zum Aufholen der Lernrückstände unerlässlich. Darüber hinaus sollen Schulleitungen gestärkt, Lernpartnerschaften aufgebaut und Lernstandserhebungen in allen Klassenstufen durchgeführt werden.

Michael Mittelstaedt, Vorsitzender des Landeselternbeirats in Baden-Württemberg, mahnt: „Schulschließungen sind für uns keine Option mehr! Deshalb muss das Land jetzt von allen Mitteln Gebrauch machen, mit denen Präsenzunterricht erhalten werden kann. Unsere Kinder haben in dieser Pandemie stark zurückstecken müssen. Zum einen, weil sie einen außerordentlichen Beitrag geleistet haben, soziale Kontakte zu reduzieren. Zum anderen, weil sie mit den Defiziten unseres Schulsystems von Lehrkräftemangel über fehlende IT-Ausstattung bis hin zu unzureichenden Schulgebäuden umgehen mussten. Corona muss ein Weckruf sein, das zu ändern.“

Zum Positionspapier "Krisenfestes Klassenzimmer"

Zum Schutzschirm für Schüler*innen

 

Homepage SPD-Landesverband

News-Ticker

20.06.2026 12:14 Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag
117 Millionen Menschen auf der Flucht Gabriela Heinrich, menschenrechtspolitische Sprecherin: Am 20. Juni, dem Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen, wird daran erinnert, dass Millionen Menschen gezwungenermaßen ihre Heimat verlassen mussten. Hinter den Zahlen stehen persönliche Geschichten und individuelle Schicksale. „Aktuell sind weltweit über 117 Millionen Menschen auf der Flucht, darunter viele Kinder, oftmals ohne die Begleitung… Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag weiterlesen

18.06.2026 12:25 „Fatales Signal an Kommunen und Verbraucher:innen“
Rechte Mehrheit im EU-Parlament stellt Vereinbarung für sauberes Wasser infrage Das Europäische Parlament hat heute eine Resolution zur Umsetzung der Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) verabschiedet. Die in der vergangenen Legislatur beschlossene Vereinbarung zur Verbesserung der Wasserqualität sieht Vorschriften für eine durch Unternehmen gestützte Finanzierung der sogenannten 4. Reinigungsstufe vor. An dieser finanziellen Großaufgabe sollen vor allem Kosmetik-… „Fatales Signal an Kommunen und Verbraucher:innen“ weiterlesen

18.06.2026 12:16 Annika Klose zum Arbeitszeitgesetz
Arbeitszeitgesetz: Flexibilisierung ist keine Einbahnstraße Im Koalitionsvertrag ist festgehalten, dass die neue Arbeitszeitregelung keine Ausweitung der Arbeitszeit gegen den Willen der Beschäftigten sein darf, so Annika Klose. „Wir haben im Koalitionsvertrag explizit vereinbart, dass eine solche Reform auch und gerade im Sinne der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ausgestaltet werden muss. Dass es also auch… Annika Klose zum Arbeitszeitgesetz weiterlesen

18.06.2026 11:18 Gabriela Heinrich zum Internationalen Tag gegen Hetze
Zum Internationalen Tag gegen Hetze: Hassrede bekämpfen, Zusammenhalt stärken Gabriela Heinrich, menschenrechtspolitische Sprecherin: Seit fünf Jahren rufen die Vereinten Nationen jeweils am 18. Juni den Internationalen Tag der Bekämpfung von Hetze aus. Sie machen so auf die wachsende Verbreitung von Hassrede aufmerksam und weisen auf Maßnahmen hin, Hassrede zu bekämpfen und den gegenseitigen Respekt zu… Gabriela Heinrich zum Internationalen Tag gegen Hetze weiterlesen

17.06.2026 12:19 Esra Limbacher zur EU-Entscheidung über Veggie-Burger
Politisch-ideologischer Nachhilfeunterricht ist nicht nötig Das vom EU-Parlament beschlossene Verbot für Fleischbezeichnungen wie ‚Veggie-Speck‘ oder ‚Veggie-Hühnchen‘ ist falsch und wird Verbraucherinnen und Verbraucher verwirren. Dass Begriffe wie ‚Veggie-Burger‘ oder ‚Veggie-Wurst‘ auch künftig zulässig bleiben, ist richtig. Die Entscheidung beendet hoffentlich eine Scheindebatte, die viel politische Energie verschwendet hat. „Das EU-Parlament hat bestätigt, dass Begriffe wie… Esra Limbacher zur EU-Entscheidung über Veggie-Burger weiterlesen

Ein Service von info.websozis.de