Neukonzeption der Jugendsozialarbeit an Schulen im Rhein-Neckar-Kreis.

Veröffentlicht am 12.11.2007 in Kreistagsfraktion

Die Jugendsozialarbeit an Schulen gewinnt immer mehr an Bedeutung und ist ein unverzichtbares Instrument wirkungsvoller Prävention in diesem Bereich. Die SPD-Kreistagsfraktion hat dieses Thema zu einem Schwerpunkt ihrer Arbeit erklärt und ein gemeinsames Schreiben aller Fraktionen des Kreistages an die Landesregierung initiiert mit dem Ziel, die im Jahre 2005 völlig eingestellte Landesförderung der Jugendsozialarbeit wieder aufzunehmen; ohne Erfolg.

Das Land erklärt sich für nicht zuständig und zieht sich auf formale Regelungen des Jugendhilferechts zurück. Eine geradezu skandalöse und unverantwortliche Haltung angesichts der Tatsache, dass für Prestigeprojekte wie beispielsweise die neue Landesmesse in Stuttgart sowie für den völlig überflüssigen Ausbau des Stuttgarter Hauptbahnhofes zu einem Durchgangsbahnhof (Stuttgart 21) Milliardenbeträge aufgewendet werden. Vor diesem Hintergrund hat das Jugendamt des Kreises eine Neukonzeption der Jugendsozialarbeit entwickelt, die ab dem Schuljahresbeginn 2009/2010 greifen und die seitherige punktuelle Förderung ablösen soll.

Die neue Konzeption sieht vor, eine sog. "Mobile Jugendsozialarbeit" mit 8,5 Personalstellen im Kreis aufzubauen, die dann in Zusammenarbeit mit der offenen Jugendarbeit vor Ort sozusagen "auf Abruf" tätig werden sollen. Ein Modell, mit dem sich die SPD-Kreistagsfraktion nur sehr schwer anfreunden kann; zementiert dieses Konzept doch zum einen, dass das Land auf Dauer finanziell außen vor bleibt und entzieht zum anderen dem vorhandenen ehrenamtlichen Engagement vor Ort den Boden. Darüber hinaus sind erhebliche Zweifel dahingehend angebracht ob 8,5 Personen in der Lage sind, auch nur annähernd den Bedarf im einwohnerstärksten Kreis Baden-Württembergs zu befriedigen.

Nachdem sich jedoch auch für die SPD-Kreistagsfraktion im Moment keine Alternative zu dem Verwaltungsvorschlag ergibt konnten wir am Ende unsere Zustimmung nicht versagen. Das neue Modell wird jedoch auf unseren Antrag hin zunächst auf ein Jahr zeitlich begrenzt um Erfahrungswerte zu sammeln, über die der zuständige Ausschuss des Kreistages zeitnah informiert wird. Damit wurde zumindest die Möglichkeit offen gehalten, dass nach Ablauf dieses Jahres erneut ein Vorstoß beim Land erfolgen kann.

Helmut Beck
Fraktionsvorsitzender

 

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