Nils Schmid hielt Festrede bei Preisverleihung des Werner-Weinmann-Preis

Veröffentlicht am 23.03.2015 in Veranstaltungen

Gestern wurde in der Aula der Grundschule Wolfschlugen die Mausklick-Gemeinschaft Wolfschlugen für ihre Leistungen im bürgerschaftlichen Engagement mit dem Werner-Weinmann-Preis ausgezeichnet. Dotiert ist der Preis mit 1000 Euro. Nils Schmid brachte es in seiner Festrede auf den Punkt: „Baden-Württemberg ist das Ehrenamtsland schlechthin, mit einem Anteil von 40 Prozent der Bürger, die sich freiwillig und unentgeltlich engagieren.“

Ehrenamtliche wie im Verein Mausklick-Gemeinschaft Wolfschlugen leisteten wichtige und nicht zu ersetzende Arbeit, die die gesamte Gesellschaft stärke, so Schmid.

Der Vorsitzende der Werner-Weinmann-Stiftung, der Nürtinger SPD-Bundestagsabgeordnete Rainer Arnold hob in seiner Begrüßung hervor, dass die Digitalisierung unser Leben verändert habe, sei es in der Freizeit oder im Arbeitsleben.

„Sorgen macht mir dabei nicht die junge Generation, die schon selbstverständlich damit umgeht, sondern die Älteren, die beispielsweise keinen Enkel haben, der ihnen hilft“, so Arnold. Hier müsse dafür Sorge getragen werden, dass keine Ausgrenzung stattfinde, denn digitale Bildung sei enorm wichtig.

Norbert Winkler, Vorsitzender der Mausklick-Gemeinschaft Wolfschlugen, erzählte von der ältesten Kursteilnehmerin, die 83 Jahre jung sei und nun bereits ihre Bankgeschäfte online erledige. Man sei nie zu alt, die digitale Welt zu nutzen, so Winkler.

Über 800 Personen hatten bisher von den Angeboten des Vereins profitiert. Der Verein hilft Bürgerinnen und Bürgern beim Zugang zu den Neuen Medien, bietet ihnen eine ihren Bedürfnissen angepasste Weiterbildung an. Computer- und Kommunikationstechnologie, Internet und verwandte Medien, wie Telefon und Fernsehen werden den Teilnehmern aktiv und praktisch näher gebracht.

Eine Riesenchance für Baden-Württemberg sei die Digitalisierung der Wirtschaft, die sogenannte Industrie 4.0, so Festredner Dr. Nils Schmid. Intelligent vernetzte Produktionssysteme, die im Internet miteinander kommunizieren, seien notwendig, um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu sein.

Dies werde aber nur im Zusammenspiel von Technik, Organisation und Menschen gelingen, denn die Mitarbeiter blieben die zentralen Faktoren in der Produktion. „Politik kann viel anstoßen und so auch Kommunen unterstützen Glasfaserkabel-Leitungen auszubauen, doch wir brauchen auch die Aktiven und diejenigen, die anstiften in der digitalen Welt aktiv zu werden“, so der Minister.

Die Digitalisierung mache das Leben auch im Alltag leichter, gerade auch Ältere profitierten enorm. Das niedrigschwellige Angebot der Mausklick-Gemeinschaft Wolfschlugen erleichtere den Zugang für Ältere und helfe Ängste abzubauen. Damit leisteten sie einen wichtigen Beitrag für eine starke Gesellschaft, betonte Nils Schmid.

Goetz Weinmann, Sohn des verstorbenen Landtagsabgeordneten Werner Weinmann, zu dessen Ehren die Stiftung 2003 gegründet wurde, bedankte sich schließlich in seinem Schlusswort u.a. bei Paul Jacot von der Musikschule Wolfschlugen mit seinem Blechbläserquartett.

 

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