Peer Steinbrück: „Integration fängt bei Bildung an“

Veröffentlicht am 11.07.2013 in Bundespolitik

Die wichtigste Voraussetzung für einen sozialen und ökonomischen Aufstieg in der Gesellschaft ist die Beherrschung der deutschen Sprache. „Das gilt für Menschen mit Migrationshintergrund wie für Deutsche“, sagte Peer Steinbrück den acht Schülerinnen und Schülern der Sprachförderklasse der Stirumschule in Bruchsal. Gemeinsam mit Bundestagskandidat Daniel Born sprach der SPD-Politiker mit Schülern, Eltern und Lehrern.

Die meisten Kinder hier lernen zuerst die Muttersprache der Eltern kennen und müssen dann im Kindergarten und der Schule ihre Deutsch-Defizite abbauen. Der Unterricht legt großen Wert darauf, den Kindern durch Experimente und gemeinsames Diskutieren den Umgang mit der deutschen Sprache spielerisch nahe zu bringen. „Wir üben hier keinen Druck aus, die Kinder motivieren sich selbst und unterstützen sich gegenseitig“, so die Einrichtungsleiterin.

Der von Eltern gegründete Verein Kulturbunt e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, Familien bei der Integration zu unterstützen. Durch gemeinsame Aktivitäten in- und außerhalb der Schule werde das Miteinander gestärkt. Inzwischen nähmen Kinder und Erwachsene aus mehr als 20 Nationen an den Förderprojekten teil. Genau hier sieht der Kanzlerkandidat seitens der Politik viel Nachholbedarf. Peer Steinbrück: „Wir brauchen ausreichend Betreuungsplätze und Förderangebote – und kein Betreuungsgeld!“

„Wir brauchen die doppelte Staatsbürgerschaft“

Klartext zur Wirtschaftspolitik sprach Peer Steinbrück auch vor Unternehmern im Cyberforum Karlsruhe. Diese waren vom SPD-Kreisverband und der Arbeitsgemeinschaft der Selbständigen eingeladen worden. Gemeinsam diskutierte der Kanzlerkandidat mit den stellvertretenden AGS-Landesvorsitzenden Ralph Weinbrecht und Bernd Schwinn, den Bundestagskandidierenden Parsa Mavi und Rita Schwarzelühr-Sutter und Integrationsministerin Bilkay Öney mit den Unternehmern über ihre Bedürfnisse.

„Wir sind ein Einwanderungsland, daran gibt es nichts zu rütteln“, so Steinbrück. Ohne ausländische Fachkräfte würde unsere Wirtschaft nicht funktionieren – und dafür seien dringend Reformen notwendig. So werde sich die SPD für die doppelte Staatsbürgerschaft und gegen den „dämlichen Optionszwang“ aussprechen, versprach der Kanzlerkandidat. Auslandische Bildungsabschlusse sollten schneller und besser anerkannt werden. „Ich treffe zu viele Taxifahrer, die ausgebildete Ingenieure sind“, so der 66-Jährige. Zudem müsse das kommunale Wahlrecht für alle, die mindestens seit fünf Jahren legal in Deutschland leben, eingeführt werden.

„Die Wahl ist noch längst nicht entschieden“

Im „Treffpunkt Foyer“ der Stuttgarter Nachrichten in der Liederhalle gab sich der Kandidat angriffslustig. Vor 750 Gästen stellte er sich im Interview den Fragen der Leser – und überzeugte mit gewohnt klaren und kantigen Antworten. Er zeichnete ein konkretes Bild von einer sozialdemokratischen Politik für Deutschland und Europa. Die Stuttgarter Kandidierenden Ute Vogt und Nicolas Schäfstoß zeigten sich denn auch kämpferisch: „Bis zum 22. September ist alles noch offen!“

 

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