SPD-Generalsekretär Friedrich zum CDU-Parteitag: "Versprochen, gebrochen – wird’s halt noch mal versprochen“

Veröffentlicht am 29.01.2011 in Landespolitik

Die CDU gibt sich morgen ein Wahlprogramm, ihr Schlüsselwort ist „Chance“. Der Entwurf ist aber ein Dokument des rasenden Stillstands: Warme Worte, Schönfärberei, keine Taten. In wichtigen Zukunftsfragen wird – zum Teil wörtlich – das Gleiche versprochen wie vor 5 Jahren. Das wahre Motto des Parteitags ist: versprochen, gebrochen, noch mal versprochen.

Zick-Zack-Mappus hat nur das Ziel Machterhalt, für Baden-Württemberg hat er keine Zukunftsperspektive zu bieten. Die CDU schreibt Dinge auf, die sie nicht meint und auch nicht macht. Die vielen Chancen die das Land wirklich hat, werden aus ideologischen Gründen ignoriert: Aufstieg durch Bildung, Arbeit, von der man gut leben kann, erneuerbare Energien, mehr Demokratie. Aber Mappus und die CDU sind der Chancentod für Baden-Württemberg. Beispiele Schulstandorte
  • CDU-Wahlprogramm 2006: „Unverzichtbar ist die Grundversorgung des Ländlichen Raumes mit wohnortnahen Schulen und weiterführenden Bildungseinrichtung“
  • CDU-Entwurf 2011: „Schulangebote auf dem Land gezielt zukunftssicher machen.“
  • Realität: Die neuen Werkrealschule und die starre Drei-Gliedrigkeit führt zum aus von ca. 800 Hauptschulstandorten im Land, vor Allem im ländlichen Raum. (Studie Prof. Bargel)
Investitionen in Krankenhäuser
  • CDU-Wahlprogramm 2006: „...auch in Zukunft eine hochwertige medizinische Versorgung in erreichbarer Nähe erhalten.“
  • CDU-Entwuf 2011: „...wohnortnahe stationäre Krankenhaus im Land sicherstellen.“
  • Realität: ständig unterdurchschnittliche Investitionszuschüsse (über die gesamte Legislatur 2006 bis 2011) Pro Einwohner im Jahr: Baden-Württemberg 32 € Bundesschnitt 38 € Thüringen 55 € Hessen 58 € Die Folge sind Standortschließungen, Insolvenzen und Privatisierungen.
Unterfinanzierung Hochschulen
  • CDU-Programm 2006: „...auch in Zukunft optimale Rahmenbedingungen für Wissenschaft, Forschung und Technologie in Baden-Württemberg zu schaffen“
  • CDU-Entwurf 2011: „Die CDU steht für eine dynamische Hochschulentwicklung...“
  • Realität:Der Landesrechnungshof beziffert den Sanierungsbedarf allein an den Hochschulen auf 2,9 Mrd. €, an den Uni-Kliniken auf 1,03 Mrd. € und eine Milliarde für vorgeschriebenen Klimaschutz. Dafür stellt die Landesregierung gerade 200 Mio. € zur Verfügung, es würde also 25 Jahre dauern, den in dieser Zeit neu entstehenden Sanierungsbedarf nicht eingerechnet.
Kleinkindbetreuung
  • CDU-Programm 2006: keine Aussage
  • CDU-Parteitagsbeschluss 2009: „Für den stetig steigenden Bedarf an Betreuungsangeboten für unter dreijährige Kinder wollen wir ein entsprechendes bedarfsgerechtes Angebot rechtlich verankern.“
  • CDU-Entwurf 2011:„Die CDU steht zum festgelegten Ausbauziel bei der Kleinkindbetreuung mit einer Versorgungsrate von 34 Prozent.“
  • Realität: Für die unter drei jährigen Kinder stehen in Baden-Württemberg nur 4% Ganztagsbetreuungsplätze zur Verfügung (drittschlechtester Platz bundesweit). Die Kommunen beraten eine Klage gegen das Land wegen unzureichender Finanzierung vor.
Verbindlicher Kindergarten
  • CDU-Programm 2006: „Wir wollen prüfen, ob und wie ein für alle Kinder verpflichtendes letztes Kindergartenjahr uns diesem Ziel näher bringen kann.
  • CDU-Grundsatzprogramm 2006: „Wir sehen es deshalb als eine Aufgabe des Landes Baden-Württemberg an, ein verpflichtendes letztes Kindergartenjahr einzuführen.“
  • CDU-Entwurf 2011: „...strebt die CDU Baden-Württemberg in der nächsten Legislatur an [...] ein kostenfreies, verpflichtendes Kindergartenjahr einzuführen.“
  • Realität: keine Umsetzung
 

Homepage SPD-Landesverband

News-Ticker

23.06.2026 19:06 Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission
Reform muss zu spürbaren Verbesserungen gegenüber dem Status quo führen Der Abschlussbericht der Rentenkommission ist eine gute Grundlage für eine umfassende Reform, die wir jetzt gründlich beraten und dann auf den Weg bringen wollen. „Die Kommission hatte die Aufgabe, Vorschläge zu entwickeln, wie insbesondere Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen ihren Lebensstandard im Alter sichern… Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission weiterlesen

20.06.2026 12:14 Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag
117 Millionen Menschen auf der Flucht Gabriela Heinrich, menschenrechtspolitische Sprecherin: Am 20. Juni, dem Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen, wird daran erinnert, dass Millionen Menschen gezwungenermaßen ihre Heimat verlassen mussten. Hinter den Zahlen stehen persönliche Geschichten und individuelle Schicksale. „Aktuell sind weltweit über 117 Millionen Menschen auf der Flucht, darunter viele Kinder, oftmals ohne die Begleitung… Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag weiterlesen

18.06.2026 12:25 „Fatales Signal an Kommunen und Verbraucher:innen“
Rechte Mehrheit im EU-Parlament stellt Vereinbarung für sauberes Wasser infrage Das Europäische Parlament hat heute eine Resolution zur Umsetzung der Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) verabschiedet. Die in der vergangenen Legislatur beschlossene Vereinbarung zur Verbesserung der Wasserqualität sieht Vorschriften für eine durch Unternehmen gestützte Finanzierung der sogenannten 4. Reinigungsstufe vor. An dieser finanziellen Großaufgabe sollen vor allem Kosmetik-… „Fatales Signal an Kommunen und Verbraucher:innen“ weiterlesen

18.06.2026 12:16 Annika Klose zum Arbeitszeitgesetz
Arbeitszeitgesetz: Flexibilisierung ist keine Einbahnstraße Im Koalitionsvertrag ist festgehalten, dass die neue Arbeitszeitregelung keine Ausweitung der Arbeitszeit gegen den Willen der Beschäftigten sein darf, so Annika Klose. „Wir haben im Koalitionsvertrag explizit vereinbart, dass eine solche Reform auch und gerade im Sinne der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ausgestaltet werden muss. Dass es also auch… Annika Klose zum Arbeitszeitgesetz weiterlesen

18.06.2026 11:18 Gabriela Heinrich zum Internationalen Tag gegen Hetze
Zum Internationalen Tag gegen Hetze: Hassrede bekämpfen, Zusammenhalt stärken Gabriela Heinrich, menschenrechtspolitische Sprecherin: Seit fünf Jahren rufen die Vereinten Nationen jeweils am 18. Juni den Internationalen Tag der Bekämpfung von Hetze aus. Sie machen so auf die wachsende Verbreitung von Hassrede aufmerksam und weisen auf Maßnahmen hin, Hassrede zu bekämpfen und den gegenseitigen Respekt zu… Gabriela Heinrich zum Internationalen Tag gegen Hetze weiterlesen

Ein Service von info.websozis.de