Steinmeier: Auf die SPD kommt es an

Veröffentlicht am 27.08.2009 in Bundespolitik

Frank-Walter Steinmeier

Über Inhalte will die Union vor der Wahl am liebsten gar nicht reden. Aus gutem Grund, denn ein industriepolitisches Konzeptpapier von Wirtschaftsminister zu Guttenberg zeigt, was Schwarz-Gelb vorhat. „Der Geist ist aus der Flasche“, kommentiert Frank-Walter Steinmeier die verdeckten Pläne der Union.

In Zeitungsinterviews hat der SPD-Kanzlerkandidat die Wahlkampfstrategie der Union scharf kritisiert. „Wahl braucht Auswahl“, betonte Steinmeier in der Rheinischen Post (Montagsausgabe) mit Blick auf die Bemühungen im konservativen Lager, politische Inhalte weitgehend aus dem Bundestagswahlkampf heraus zu halten.

Dabei wird zunehmend deutlich, warum die Union eine Debatte über ihre Vorhaben scheut. Nachdem der SPD-Kanzlerkandidat mit dem Deutschland-Plan ein überzeugendes Gesamtkonzept für die Arbeit von morgen vorgelegt hatte, sollte Wirtschaftsminister zu Guttenberg einen konservativen Gegenentwurf erarbeiten. Heraus gekommen ist dann auch eine „echte Blaupause für eine schwarz-gelbe Regierung“, wie Steinmeier kommentiert – und ein Problem für Angela Merkel.
Denn das zurückgehaltene Papier listet detailliert auf, worauf sich das Land einstellen müsste, wenn Angela Merkel und Guido Westerwelle gemeinsam regierten: „Unternehmensteuern runter, Mehrwertsteuer rauf. Abbau der Arbeitnehmerrechte, Ausweitung der Leiharbeit, Rücknahme von Mindestlöhnen. Dieses Programm“, weiß der SPD-Kanzlerkandidat, „wird keine Mehrheit finden“. Umso mehr komme es auf die SPD an, bekräftigte Steinmeier. „Nie wurde deutlicher als in den letzten Jahren, dass die SPD gebraucht wird“. Um nach der Krise für eine gerechte Lastenverteilung zu sorgen, damit der Kündigungsschutz und die Tarifautonomie nicht infrage gestellt werden und um eine echte Bildungsoffensive zu starten. „Wir sind die einzige Partei in diesem Wahlkampf, die nicht nur von Bildung redet, sondern klar sagt, wie wir sie fördern können“, unterstrich Steinmeier auch in der Rhein Zeitung (Montagsausgabe) mit Blick auf die notwendige Gegenfinanzierung der Zukunftsinvestitionen. „Wir wollen den Bildungssoli. Zwei Prozent Aufschlag auf den Steuersatz für Spitzenverdiener mit mehr als 250 000 Euro. Union und FDP reden dagegen von Steuersenkungen, die unrealistisch sind. Die Bürger haben die Wahl: Entweder die SPD mit guter Bildung für alle oder Schwarz-Gelb mit Steuersenkungen für Reiche, damit die ihre Kinder auf Privatinternate schicken können.“
Material zum Thema:
 

Homepage SPD Rhein-Neckar

News-Ticker

30.03.2026 18:07 Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken
Eine verlängerte Nutzung von Kohlekraftwerken nach 2038 wäre weder notwendig noch sinnvoll Die Erneuerbaren sind die sauberste, sicherste und kostengünstigste Form der Erzeugung.  Es bedarf allerdings nun auch des entschlossenen Willens der Koalition und der federführenden Bundeswirtschaftsministerin, die gesetzlichen Hebel weiter auf eine systemische Umstellung zur Nutzung Erneuerbarer Energien zu stellen. „Eine verlängerte Nutzung von… Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken weiterlesen

25.03.2026 17:51 Jakob Blankenburg zum Klimaschutzprogramm
67 Maßnahmen, sieben Ministerien, ein Klimaschutzprogramm Die aktuelle Weltlage mit Konflikten, die sich massiv auf unsere Energieversorgung auswirken, zeigt eindeutig: Wir müssen schnell unabhängig von fossilen Energieträgern werden. Das heute von Bundesumweltminister Carsten Schneider vorgelegte Klimaschutzprogramm zeigt einen fairen Weg zur Erreichung der Klimaziele 2030 sowie für mehr Versorgungssicherheit auf. „Dieses Klimaschutzprogramm ist für die… Jakob Blankenburg zum Klimaschutzprogramm weiterlesen

25.03.2026 17:50 Eine notwendige strategische Perspektive für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts
Ich begrüße die Impulse von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil ausdrücklich. Deutschland steht an einem Wendepunkt. Wir brauchen ein neues Wirtschaftsmodell: eines, das konsequent auf Innovation setzt, technologische Führerschaft ermöglicht und zugleich dafür sorgt, dass Wohlstand in der Breite der Gesellschaft ankommt. „Innovation und Gerechtigkeit sind die Grundlage für nachhaltiges Wachstum und breiten Wohlstand in Deutschland. Deshalb… Eine notwendige strategische Perspektive für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts weiterlesen

11.02.2026 21:41 Dagmar Schmidt zum Behindertengleichstellungsgesetz
Barrierefreiheit nützt uns allen Die Bundesregierung treibt die Barrierefreiheit voran: Das Kabinett hat am Mittwoch eine Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes auf den Weg gebracht. SPD-Fraktionsvizin Dagmar Schmidt spricht von einem wichtigen Schritt. „Der Gesetzentwurf zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes bedeutet einen wichtigen Schritt hin zu einer inklusiveren Gesellschaft. Er stärkt die Rechte von Menschen mit Behinderungen und… Dagmar Schmidt zum Behindertengleichstellungsgesetz weiterlesen

11.02.2026 21:39 Stefan Zierke zur Entwicklung im Deutschlandtourismus
Rekord im Tourismus – Strategie, gute Arbeit und verlässliche Politik zahlen sich aus Stefan Zierke, tourismuspolitischer Sprecher: Der Deutschlandtourismus erreicht mit 497,5 Millionen Gästeübernachtungen einen neuen Rekord. Klare Strategie, engagierte Beschäftigte und verlässliche Politik sorgen für Wachstum, stärken die Betriebe und sichern gute Arbeit – für einen wirtschaftlich starken, sozial gerechten und nachhaltigen Tourismus in allen… Stefan Zierke zur Entwicklung im Deutschlandtourismus weiterlesen

Ein Service von info.websozis.de